Sunday, August 21, 2005

Auf zum Chinesen...

Komischerweise bin ich schon um sieben Uhr aufgewacht und habe die Wäsche gemacht. Margit schlummert süß. Natürlich lege ich mich gleich wieder dazu. Wir lungern ein bischen im Bett rum, frühstücken und lungern wieder im Bett rum.

Nach dem Nachmittagskuchen gehen wir tapfer trotz des Regens (naja, mittlerweile ist das Wetter dann doch ein wenig besser) bewaffnet mit meiner neuen Digicam Richtung Castle. Dort erfahren wir, dass man leider nur mit einer Führung in den Keep (die eigentliche Burg) reindarf. Sowas blödes. Welche Schätze haben sie denn dort drinnen versteckt, dass sie einen nicht alleine reinlassen? Mal gespannt. Okay, Schätze haben wir dann doch keine zu sehen bekommen, aber die Führung war trotzdem gut gemacht. ... auch dieser Kerl spricht das „th“ manchmal wie ein „d“... „third“ wird also zu „dirt“...

Abends führe ich dann meine Margit aus. Da es in Trim nicht so furchtbar viel Auswahl gibt, gehen wir zum Chinesen. Wir hatten ja keine Ahnung, worauf wir uns da eingelassen hatten... Als erstes dachte ich „Das ist ja nur so ein Take Away – Ding“, aber als wir dann richtig drin waren, sah es doch ganz schnuckelig aus. Wie man es von einem Chinesen gewohnt ist, sind wir zu einem Tisch gebracht worden. Wir bekamen zwei Speisekarten und ich bekam zusätzlich noch eine Weinkarte. Ich und Weinaussuchen... Und hallo??? Was sind das für Preise??? Margit und ich entschieden uns für die „billige“ Hausmarke und bestellten gleich mal eine ganze Flasche – man gönnt sich ja sonst nichts. 18,90 EUR futsch!

Tja, und dies war dann auch der Anfang des besten Abenteuers des ganzen Abends: Die nette Dame (eine von etwa hunderttausend) kam mit der Weinflasche an und zeigte sie erst Margit und dann mir. Wir hatten zwar beide keine Ahnung, wo man da eigenltich hinzuschauen hat, aber ich tat mal so als ob und nickte kurz. Daraufhin fragte sie Margit, ob sie ihr zum Probieren einschenken dürfe. Aber hallo?? ICH bin hier der Mann und probiere hier das gute 18,90 EUR-teure Tröpfchen! Aber denkste! Margit schaute zwar auch ein wenig verdutzt drein, aber managte das gut. Okay, Hauptspeise auswählen, da die Vorspeise mit durchschnittlichen 12 EUR zu teuer ist. Mit Extrawünschen (Margit aß ein Dingsbumsichkannsnichtaussprechen-Duck mit Hähnchen statt duck und ich musste der Bedienung irgendwie verdolmetschen, dass ich duck statt pork wollte) bekamen wir nach wenigen Minuten unsere Hauptspeise. Schmeckt echt gut. Den Wein merkt man schon nach wenigen Schlucken... Gut isser. Hehe.

So, mal kurz im Kopf nachgerechnet, was der ganze Spaß so kostet: Scheiße, zu wenig Geld dabei! Nein, wir mussten nicht spülen, Margit hatte Reserve dabei. Gott sei Dank! Margit gab mir möglichst unauffällig ihren Geldbeutel, woraufhin ich mir dann auf der Toilette ein bischen Geld zusteckte.

Die Weingläser werden irgendwie nie leer, da wir andauernd von einer der hunderttausend herumnschwirrenden Damen nachgeschenkt bekommen. Angesuselt muss Margit auch mal auf die Toilette. Als sie zurückkam, gleichte sie durch einen gekonnten Ausfallschritt ihren doch schon etwas angeschlagenen Gleichgewichtssinn aus. Puh, nochmal Glück gehabt! Mann, wär das peinlich gewesen, wenn sie hingelatzt wäre. Okay, ich merke den Wein auch schon. Und die halbe Flasche ist noch immer voll...

Nach dem Reinigen der Hände mit dem Tüchlein (Margit kannte das gar nicht) haben wir noch zwei Glückskekse bekommen mit den Sprüchen „It is less painful to learn in youth than to be ignorant in age“ (meiner, den versteht man ja noch) und „It's as BAD as you think, and they ARE out to get you“ (Margits, wer versteht den??? Ich versteh's nicht und bin für jede Aufklärung zu haben – aber nur gute!!!).

Die Pulle haben wir auch noch leer gemacht. Dann ging es ans Bezahlen – nachdem ich am Nachbartisch versucht hatte, die Prozedur des Bezahlens herauszufinden. Na toll, der Gute bezahlte mit MasterCard! War aber dann doch nicht so schwierig. Einfach die 57 Ocken (mit Trinkgeld) in das kleine schwarze „Büchlein“ legen und bezahlt isses.

Beide angeduselt wanken wir nach Hause mit einem kleinen Umarm-und-ganz-doll-lieb-hab-Zwischenstopp und einem Tänzchen mitten auf der Hauptverkehrsstraße von Trim. Margit fiel totmüde, nachdem sie sich die halbe Zahnpastatube über ihr frisch angezogenes T-Shirt verteilt hat, ins Bettchen. Ich kam dann auch gleich nach.

1 Comments:

At 4:17 AM, Blogger karotte said...

"It's as BAD as you think, and they ARE out to get you" <- is irgend so ein ami-spruch glaub ich. gib mal @ google ein (in anfuehrungszeichen setzen!). da kommen viele seiten. aber habe niergends genaue bedeutung gefunden... good luck & greetz! ;)

 

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